SOUNDS der Zukunft. Workshopreihe Lernende Maschinen: Was kann und darf Künstliche Intelligenz?

Kultur Digital - Von Algorithmen und Rhythmen

Eintrag vom: 11.04.2019 10:08 Uhr

Fünf interaktive Workshops präsentieren Forschungsergebnisse in aktuellen Anwendungsfeldern von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Alle interessierten Bürger*innen sind eingeladen, zusammen mit den Wissenschaftler*innen zu experimentieren.

Jede Veranstaltung besteht aus zwei kurzen Fachvorträgen (je 15min) und praktischen Vorführungen (je 15min). Anschließend gibt es Zeit zum Ausprobieren und die Gelegenheit Fragen zu stellen und zu diskutieren.

Der Eintritt ist kostenfrei. 

 

The Virtual Philharmonic Orchestra - Klassische Musikproduktion zu Hause

Prof. Dr. Reinhold Behringer, Knorr-Bremse, Stuttgart, Visiting Professor Leeds Beckett University

Die Computertechnologie hat in den letzten Jahrzehnten auch den Musikbereich stark beeinflusst. Dies hat nicht nur die professionellen Musikproduktionsmethoden verändert, sondern hat auch dem Bereich der Amateurmusik neue Möglichkeiten eröffnet. Mit einfachen und erschwinglichen Mitteln können Hobbymusiker heutzutage am Heimcomputer ihre Kreativität in Musik umwandeln. Dies bezieht sich sowohl auf Musikkomposition und –Arrangements, als auch auf Generierung von neuen Sounds mittels Synthesizer und Virtual Instrument-Technologien. Und auch die Musikdistribution ist dank Internet und Cloudcomputing einfacher geworden.

Klassische Musik hat von diesen Innovationen bisher nur bedingt profitiert, da dieses Musiksegment inhärent konservativ ist und viele klassische Musiker nur eine begrenzte Affinität zu Computertechnologien haben. Dies ist allerdings auch im Umbruch begriffen, da die Möglichkeiten der digitalen Musikproduktion mittlerweile auch für klassische Musik adaptiert werden. Sampling-Technologie ermöglicht es, ein real klingendes Philharmonie-Orchester zu steuern und für Kompositionen oder neue Interpretationen existierender Werke zu nutzen.

In diesem Workshopbeitrag werden die grundlegenden Technologien (Sampler, Sequenzer) und Arbeitsmethoden (Sequenzing, Audioaufnahme) für ein Heimcomputer-Studio vorgestellt und demonstriert. Die Software, mit der gearbeitet wird, steht im Internet kostenfrei zur Verfügung.

 

Musica ex Machina – der komponierende Computer

Prof. Dr. Ralf Reißing, Fakultät Maschinenbau und Automobiltechnik

Können Computer Musik komponieren? Selbstverständlich, denn dafür müssen sie ja nur zufällig ausgewählte Töne zufällig aneinanderreihen. Bessere Ansätze beachten dabei sogar grundlegende Harmonieregeln. Das Ergebnis wird aber auch nur zufällig den Geschmack des Publikums treffen. Also: Können Computer Musik komponieren, die für viele Menschen gut klingt? Das ist nicht ganz so einfach, denn dazu muss klar sein, was „gut klingen“ wirklich ausmacht. Hier kommt die künstliche Intelligenz (KI) ins Spiel. Von Menschen komponierte Musikstücke aus Klassik oder Pop, beispielweise Beethoven oder Beatles, werden als Trainingsdaten verwendet. Die KI lernt die Grundmuster in den Trainingsdaten und generiert daraus neue, mehr oder weniger ähnliche Werke. Nicht alle so entstandenen Werke klingen wirklich gut, weshalb aktuell meistens noch Menschen die besten Werke daraus auswählen. Von menschlichen Musiker*innen eingespielt verkaufen sich solche Werke inzwischen sogar auf Tonträgern. Der Vortrag stellt diverse Beispiele von Computern komponierter Werke vor, die mit unterschiedlichen KI-Techniken und Auswahlprozessen entstanden sind. Dabei wird auch live ein neues Werk nach Vorgaben aus dem Publikum komponiert.

 

 

 

 

Eigenschaften

  • Bei Schlechtwetter geeignet

Eintritt

Eintritt frei!

Diese Veranstaltung findet statt

  • 07.05.2019 18:00 bis 20:00 Uhr